Bronz timpuriu (Post-Coţofeni)

Ciomortan

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Datierung: Übergang FBZ/MBZ

Verbreitung: Südostsiebenbürgen

Die von Z. Székely 1970 definierte Ciomortan-Gruppe (Zaharia 1995) gehört chronologisch nach rumänischer Terminologie eigentlich nicht mehr zur Frühbronzezeit. Da sie jedoch auch der mittelbronzezeitlichen Wietenberg-Kultur noch vorangeht, wird sie an den Übergang der beiden Perioden gesetzt. Sie folgt auf den in Südostsiebenbürgen erst vor kurzem in Zoltan entdeckten Textil- und Besenstrichmusterhorizont der FBZ III, was an eben diesem Fundort sogar vertikalstratigraphisch abgesichert ist (Cavruc 1997). Ebenfalls stratigraphisch gesichert ist das Verhältnis zur folgenden Wietenberg-Kultur, durch die neueren Grabungen im eponymen Fundort Păuleni (ehemals Ciomortan), jud. Harghita (Rotea 2000, 30).

Unsere Kenntnisse über die Befunde der Gruppe sind sehr bescheiden. Bei den meisten der sieben bekannten Fundorte (Székely 2002) handelt es sich um Höhensiedlungen, so auch bei der Siedlung von Păuleni - “Dâmbul Cetăţii”, bei der eine Befestigung festgestellt werden konnte (Rotea 2000, 29). Einziges Grab der Gruppe ist die Hockerbestattung von Poian (Székely 1997, 58). Das Fundgut setzt sich in erster Linie aus Keramik zusammen, die wesentlich häufiger verziert ist als die frühbronzezeitliche Keramik. Die mit Abstand häufigsten Motive sind geritzte hängende Dreiecke, die mit Ritzlinien oder Einstichen gefüllt sind. Seltener sind Fischgrätenmuster, Knubben und plastische Leisten. Die Einstiche und Ritzlinien sind inkrustiert (Zaharia 1995, 153). Formtypologisch stellt der größte Unterschied zur FBZ die Zunahme von Krügen dar, und es erscheinen nun auch vermehrt Exemplare mit zwei Henkeln. Ähnliche Zweihenkelkrüge finden sich in Glina (Roman 1976, 31 Abb. 4,8-9) und Odaia Turcului, hauptsächlich aber in der Monteoru-Kultur (schon in IC4). Gute weiträumige Vergleiche liefern zudem die Edineţ-Gruppe am Prut und die Mureş-Kultur. Das restliche Fundgut ist mehr als bescheiden; zoomorphe Statuetten fehlen aber auch in der Ciomortan-Gruppe nicht (Székely 1997, 58).

Die Gruppe wird von fast allen Autoren mit Costişa und Monteoru IC3 verglichen. Zs. Székely fasst sie mit Costişa, Komarow und Biały Potok zu einem Kulturkomplex zusammen, dessen Entwicklung in Südostsiebenbürgen durch das Erscheinen der Wietenbergkultur unterbrochen wird (Székely 2002).


© 2007-2009 Matthias Thomas
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