Bronz timpuriu (Post-Coţofeni)

Copăceni

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Datierung: FBZ II

Verbreitung: Westsiebenbürgen

Wie die meisten hier behandelten frühbronzezeitlichen Gruppen wurde auch die Copăceni-Gruppe erst in den letzten Jahrzehnten erkannt und definiert (Rotea 1993). Sie ist verbreitet im westlichen Siebenbürgen, vor allem am Ostrand der Apuseniberge, und ihre Siedlungen, darunter auch der eponyme Fundort Copăceni – “La Moară” (jud. Cluj), liegen bevorzugt in Höhenlagen. Die direkt auf die Oberfläche gebauten Häuser sind rechteckig und bestehen aus mit Lehm verkleidetem Flechtwerk (Rotea 1995).

Die Töpferei soll nach Rotea einerseits mit Jigodin-Elementen vermischte Traditionen der Coţofeni-Kultur zeigen (Rotea 1995, 156), während andererseits Ciugudean gerade das Fehlen der Coţofeni-Traditionen betont, was auch für die jüngere Stellung der Gruppe gegenüber der mit starken Coţofeni-Traditionen durchsetzten Livezile-Gruppe sprechen soll (Ciugudean 1997, 6). Die Keramik setzt sich wie bei den meisten Gruppen aus fragmentierten (ein einziges ganzes Gefäß bei Rotea 1993) Krügen und Bechern zusammen. Typisch sind verdickte Ränder und Barbotineverzierung in der unteren Gefäßhälfte. Die spärliche Ornamentik besteht außerdem aus Reihen kleiner Einstiche, den obligatorischen plastischen Leisten und Knubben, sowie seltenen Schnurabdrücken (Rotea 1995), was vom Verschwinden der Coţofeni-Traditionen zeugen soll (Ciugudean 1995, 146). Der Copăceni-Gruppe zugeschrieben werden die Funde von Cicău – „Sălişte“ (Ciugudean 1997, 6), unter denen sich ein sehr ungewöhnliches, mit Warzenornament verziertes Gefäß befindet (ebd., 34 Nr. 52), das, wenn die zeitliche Zuordnung richtig ist, der früheste Nachweis dieses Ornamenttyps wäre (Băjenaru 1996).

Die zeitliche Stellung der Gruppe ist umstritten, was an der nicht genauen Abtrennung von Copăceni und Livezile liegt. Beide Gruppen werden nämlich zum Teil mit den gleichen Fundorten (z.B. Ampoiţa oder Tureni) definiert. Ciugudean fasste beide 1995 zu seiner zweiphasigen westsiebenbürgischen Hügelgräbergruppe zusammen (Ciugudean 1995), trennte sie aber später wieder (Ciugudean 1997 und 1998). Nach ihm ist die Copăceni-Gruppe aber in jedem Falle jünger als Livezile, während Rotea die Livezile-Gruppe in keinem seiner Copăceni-Aufsätze erwähnt. Er datiert Copăceni in die FBZ II nach Roman (Rotea 1993). Stratigraphisch ist lediglich die Stellung zwischen Coţofeni und Wietenberg abgesichert (Rotea 1995, 157) und eine interne Gliederung fehlt vollständig, auch wenn die eponyme Siedlung vier Schichten der Copăceni-Gruppe enthalten soll (Rotea/Wittenberger 1998, 19).

Mit der Livezile-Copăceni-Frage hängt auch unmittelbar die Frage nach dem Totenritual zusammen. Das von Rotea angeführte Hügelgräberfeld von Ampoiţa wird von Ciugudean nämlich der Livezile-Gruppe zugeordnet (Ciugudean 1997, 5f.). So bleibt als einzige sichere Copăceni-Bestattung lediglich die Fünffachbestattung (ein Erwachsener, vier Kinder) aus einer Grube in der Siedlung von „La Moară“ (Rotea/Wittenberger 1998).


© 2007-2009 Matthias Thomas
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