Bronz timpuriu (Post-Coţofeni)

Jigodin

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Datierung: FBZ II

Verbreitung: Ostsiebenbürgen

Bereits 1973 zusammengefasst gehört die Jigodin-Gruppe zu den forschungsgeschichtlich ältesten der hier behandelten Gruppen (Roman/Iános/Horváth 1973). Sie ist in der Ciuc-Niederung in Ostsiebenbürgen verbreitet und der besterforschte der elf zum Zeitpunkt der Gruppendefinition bekannten Fundorte ist Leliceni – „Muntele cu piatră“, wo eine dreischichtige Siedlung mit direkt auf der Oberfläche gebauten Häusern ergraben wurde (Roman/Dodd-Opitreşcu/János 1992). Typisch sind auch für Jigodin Höhensiedlungen. Einziges Grab der Gruppe ist die Brandurnenbestattung von Brăduţ, die in einer überhügelten Steinkiste niedergelegt war (Ciugudean 1995, 144f.).

Die Keramik erinnert formtypologisch (Krüge, Askoi, Trichterrandschüsseln) und mit ihren engen Ritzlinien deutlich an Schneckenberg B (bzw. an Năeni), ihr Hauptmerkmal ist jedoch der große Anteil schnurverzierter Keramik, der größer als bei allen anderen FBZ-Gruppen ist. Außerdem existieren die obligatorischen plastischen Ornamente. Die Zusammenstellung der meist dreieckigen und teilweise inkrustierten Schnurabdruckmotive (Bertemes 1998, 196 Abb. 2) erinnert eher an Gefäße der Makó- und Nyírség-Kultur als an die anderen FBZ-Gruppen Siebenbürgens. Auch zu erwähnen sind die Ähnlichkeiten mit der Runcuri-Keramik der Glina-Gruppe, die sogar als Jigodin-Einfluss gedeutet wird (Băjenaru 2003a). Bemerkenswert ist ferner das Vorhandensein zweihenkliger Gefäße (Roman/Iános/Horváth 1973, Taf. 3,1), die in Siebenbürgen vor der Ciomortan-Gruppe ansonsten fehlen, in der Walachei aber in Glina oder Odaia Turcului auftauchen.

Typische Fundstücke sind des weiteren steinerne Krummmesser und Äxte sowie Silexpfeilspitzen mit konkaver Basis. Wichtig sind außerdem die in Leliceni gefundenen Gussformen für Dumbrăvioara-Äxte und Dolche mit Mittelrippe.

Chronologisch wird die Gruppe in die FBZ II datiert (Roman 1986; Székely 1997, 107; Ciugudean 1998). F. Bertemes, der die Forschungsgeschichte der Gruppe kritisch zusammenfasst, hält eine Synchronisierung mit Makó „genetisch wie typologisch“ für „sehr wahrscheinlich“ (Bertemes 1998, 199). Er betont die Ähnlichkeiten mit den Kulturen des Theißgebiets und sieht Jigodin als Ausdruck einer Schneckenberg-Glina-III-Expansion nach Siebenbürgen an, wo es zu einer Verschmelzung mit aus Südwesten vorstoßenden Spätvučedolelementen gekommen sei (ebd., 203). Die Quellenlage lässt es jedoch momentan leider kaum zu, die Jigodin-Gruppe vernünftig in das schwierige überregionale Geflecht der schnurverzierenden Kulturen einzuarbeiten.


© 2007-2009 Matthias Thomas
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