Bronz timpuriu (Post-Coţofeni)

Zăbala

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Datierung: FBZ I

Verbreitung: Südostsiebenbürgen

Die Zăbala-Gruppe ist bislang lediglich durch eine einzige Siedlung belegt und sie wurde 1969-1970 nach der Ausgrabung der eponymen Siedlung Zăbala – “Movilă Tătarilor” definiert. Dort kam auch der einzige Grabfund, ein S-N-orientierter linker Hocker mit Ockerstreuung, ans Tageslicht (Székely 1997, Taf. 88). Stratigraphische Beobachtungen gibt es keine und sieht man von einer rekonstruierten Amphore ab, so gibt es lediglich ein einziges ganz erhaltenes Gefäß, bei dem es sich zudem noch um ein unverziertes Miniaturgefäß handelt (Székely 1997, Taf. 27,5). Der Rest der Keramik ist fragmentiert (Székely 1997, 27). Verziert sind die fein polierten Gefäße mit Knubben, Einstichen, Zickzack-Ritzlinien, plastischen Leisten und Schnurabdrücken. Typisch sind des Weiteren Tunnelösen. Zusammen mit einigen singulären Ton- und Knochenobjekten, darunter auch eine Gussform, wird das Fundgut der Gruppe durch tönerne Miniaturäxte und zoomorphe Tonplastiken vervollständigt, welche mit fünf sicheren Vertretern fast schon den häufigsten Fundtyp darstellen (ebd., Taf. 29). Sowohl die Tonäxte als auch die zoomorphen Plastiken erlauben weiträumige Vergleiche mit fast allen Kulturen und Gruppen der karpatischen Frühbronzezeit.

Chronologisch wird die Gruppe an den Anfang der Bronzezeit gestellt, wo sie in Südostsiebenbürgen die Entwicklung der Coţofeni-Kultur frühzeitig beendet. Sie soll zusammen mit den Funden des Typs Zimnicea-Mlăjet-Sânzieni-Turia einen südlichen Einfluss repräsentieren, wobei diese der Zăbala-Gruppe jedoch unmittelbar vorangehen und überhaupt erst deren Genese bewirken (Székely 1998 und 2002). Neuerdings wird in diesem Zusammenhang außerdem auf einen Einfluss der Kugelamphorenkultur hingewiesen, deren Existenz in Siebenbürgen durch den Grabfund von Sânmartin-Ciuc bewiesen sein soll (ebd.). Verglichen wird Zăbala des weiteren vor allem mit Coţofeni, Livezile, Glina und Schneckenberg, aber auch Cernavodă II, Horodiştea-Folteşti-II und den Funden von Căţelu Nou. Sie soll bei der Entstehung der Schneckenberg-Gruppe und der Monteoru-Kultur eine Rolle gespielt haben. Sie folgt auf die Coţofeni-I-Kultur, welche sich folglich nur im Westen zu ihrer zweiten und dritten Stufe weiterentwickeln kann (Székely 1997, 106; 2002) und ist demnach gleichzeitig mit Coţofeni II und frühem Glina in der Walachei (Schuster 1998, 26).


© 2007-2009 Matthias Thomas
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