Bronz timpuriu (Post-Coţofeni)

Zimnicea-Mlăjet

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Datierung: FBZ I

Verbreitung: Muntenien

Die Zimnicea-Mlăjet-Gruppe, benannt nach dem Gräberfeld von Zimnicea, jud. Teleorman, und den Gräbern von Mlăjet, jud. Buzău, gilt nach der Roman-Chronologie als älteste frühbronzezeitliche Gruppe Rumäniens (Roman 1986). Die Funde werden meist noch nicht einmal zu einer echten Gruppe zusammengefasst, lassen sich aber sicherlich genausogut zu einer Gruppe zusammenschließen wie ähnlich schwach vertretene Gruppen wie Zăbala (so geschehen z.B. bei Schuster 2003). In der Literatur werden die Funde oft auch als Funde vom Typ Zimnicea-Mlăjet-Sânzieni-Turia bezeichnet.

Das Verbreitungsgebiet (Motzoi-Chicideanu/Olteanu 2000, 25 Abb. 10) der Funde erstreckt sich nur auf Muntenien und auf den angrenzenden Teil Nordbulgariens (Schuster 2003, 109). Bei allen Fundorten handelt es sich um Gräber, beim eponymen Fundort von Zimnicea sogar – ungewöhnlicherweise für die rumänische FBZ – um ein Flachgräberfeld (Alexandrescu 1974).

Dementsprechend ist das Totenritual relativ gut bekannt und es scheint, dass die Toten der Gruppe mit wenigen Ausnahmen als rechtsseitige Hocker mit dem Kopf nach Westen oder Süden einzeln in einfachen Erdgräbern niedergelegt wurden. Häufig waren sie mit Steinplatten abgedeckt. Bei den Ausnahmen handelt es sich nicht nur um seltene Linkshocker oder Doppelbestattungen, sondern auch um einige Hügelgräber (z.B. in Tărnava) und eventuell sogar Brandbestattungen (z.B. in Galiče). Anthropologische Untersuchungen wurden in Zimnicea vorgenommen und sie zeigten ein durchschnittliches Sterbealter von 28 Jahren (Schuster 2003, 109f.). Die Beigaben – und damit quasi das ganze Fundspektrum der Gruppe – lassen sich in Keramik (Askoi, Amphoren, Hängegefäße, Kannen, Schalen) und Schmuck gliedern. Wichtigste Vertreter der letzteren Fundklasse sind die Lockenringe des Zimnicea-Typs, deren Herkunft im Süden gesucht wird und die in ganz Südosteuropa zwischen der Ukraine und Ostungarn verbreitet sind (Motzoi-Chicideanu/Olteanu 2000). Noch relativ häufig sind Ockerklumpen, singulär eine Silexknolle und ein Knochenpfriem (Alexandrescu 1974, 83). Ob die auf dem Gräberfeldgelände von Zimnicea gefundene Steinaxt zugehörig ist, ist unklar (ebd., 92).

Chronologisch gehört die Gruppe an den Beginn der FBZ, was durch die keramischen Analogien in Cernavodă II, Coţofeni und Ezerovo II unterstrichen wird (Roman 1986, 30 und Schuster 2003, 110). Wegen vertikalstratigraphisch auswertbarer Grabüberschneidungen liegt eine innere Gliederung nahe, sie wurde jedoch bislang noch nicht vollzogen. Durch die fehlenden Siedlungen werden die Funde der Zimnicea-Mlăjet-Gruppe als Ausdruck einer nicht sesshaften, beweglichen Bevölkerung angesehen, deren ethnische Heterogenität durch die unterschiedlichen Totenrituale zu vermuten ist (ebd.). Als Resultat eines Vorstoßes der Gruppe nach SO-Siebenbürgen - begründet mit den dort vorhandenen Erzvorkommen - wird die Zăbala-Gruppe angesehen (Székely 2002). In Muntenien folgt die Glina-Gruppe.


© 2007-2009 Matthias Thomas
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