Die LBK Transdanubiens

In Westungarn ist besonders die älteste LBK-Phase gut erforscht. Ihr wird in Hinblick auf die Festlegung eines möglichen Entstehungsgebietes der LBK besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Siedlungen mit altertümlich wirkendem Keramikmaterial, das zwischen der jüngsten Starčevo-Kultur und der ältesten reinen LBK liegt, finden sich mittlerweile in einiger Häufigkeit im Komitat Zala (Bánffy 2004; vgl. den Hauptartikel mit weiterer Literatur).

Die sogenannte “Tapolca”-Gruppe, die K. Sági und Z. Törőcsik im Rahmen von Ausgrabungen in der Gegend von Tapolca in der Nähe des Balaton postulierten (Sági/Törőcsik 1989), scheint eher eine lokale Ausprägung ältester LBK zu sein denn eine eigenständige Gruppe.

Die weitere Entwicklung der LBK Transdanubiens umfasst zwei verschiedene keramische Gruppen. Auf der einen Seite findet sich sog. “Notenkopfkeramik”: Die Gefäße sind mit Linien und daraufgesetzten Eindrücken (”Notenköpfen”) verziert (Kalicz 1998). Derartige Notenkopfkeramik ist eine allgemeine Erscheinung in der LBK des Donauraumes. Man findet sie auch in Ostösterreich, der Slowakei, Mähren, Rumänien und der Ukraine.

Die zweite Erscheinung, die sich in Südtransdanubien und auch in Ostösterreich findet, wird nach einem Fundort als Keszthely-Gruppe bezeichnet (Kalicz 1993). Keszthely-Keramik zeichnet sich durch ein archaisch anmutendes Gepräge aus: Sie ist mit breiten, im Profil u-förmigen Ritzlinien verziert, wie sie eigentlich für die älteste LBK typisch sind. Die Motivik setzt sich vorrangig aus rektilinearen, umlaufenden Verzierungen zusammen.

Die jüngste Ausprägung der LBK Transdanubiens ist durch die Želiezovce-Gruppe charakterisiert (vgl. hierfür LBK der Südwestslowakei).


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